Ist UL Gesetz?

Nein, es gibt kein Gesetz, das eine UL-Zertifizierung zwingend vorschreibt.
In den USA müssen alle elektrisch gesteuerten Geräte oder Systeme zugelassen sein. Die gesetzlichen Grundlagen bilden in den USA z.B. die Bestimmungen der Occupational Safety and Health Act (OSHA Artikel 29 CFR 1910.xxx; CFR: Code of Federal Regulations) und die Vorschriften des National Electric Code (NEC), in Kanada die Bestimmungen des Occupational Health and Safety Act (OHSA) und die Vorschriften des Canadian Electric Code (CEC).

Infolge der föderalistischen Systeme der USA und Kanadas sind in den einzelnen Bundesstaaten und Provinzen unterschiedliche Stände des NEC bzw. CEC mit individuellen Ergänzungen (Supplements) einzuhalten. Dies hängt u.a. von den klimatischen Bedingungen in den einzelnen Bundesstaaten ab.

Die Übereinstimmung mit den nationalen Sicherheitsbestimmungen kann nachgewiesen werden durch ein sog. Listing/Labelling. Beim Listing/Labeling bestätigt eine qualifizierte Certification Organization (CO) nach entsprechender Prüfung durch Vergabe einer Kennzeichnung (Marke, „UL-Zeichen“), die der Hersteller verwenden kann, dass das Betriebsmittel/System die einschlägigen Sicherheitsnormen erfüllt oder für den spezifischen Zweck geeignet ist. In den USA sind qualifizierte COs von der OSHA anerkannte Testlabors: Nationally Recognized Testing Laboratory (NRTL). In Kanada werden sogenannte Certified bodies (CB) vom Standards Council of Canada (SCC) beauftragt.

Eines dieser NRTL und das wohl am meisten anerkannte ist UL. UL steht für Underwriters Laboratories und bedeutet soviel wie die Prüflabore der Versicherungsunternehmen. UL prüft nach UL-Standards, die nationale Standards als festen Bestandteil haben. Letztendlich geht es ja um die Minimierung der Haftungsrisiken für Versicherungsunternehmen verursacht durch Betriebsmittel und die damit verbundenen Gefahren (elektrischer Schlag, Brand und mechanische Verletzung). In den USA kann es schnell zu Existenz bedrohenden Schadensersatzsummen für Hersteller, Verkäufer und Anwender (Unternehmen) kommen.

Wer achtet auf das Prüfzeichen?

Die notwendigen Maßnahmen, die zur Übereinstimmung mit den nationalen Sicherheitsbestimmungen führen, sind abhängig von der jeweiligen Anwendung. Vor Ort werden elektrische Systeme und Anlagen geprüft. Durchführende Person ist die "Authority Having Jurisdiction" (AHJ). Das UL-Kennzeichen ermöglicht eine vereinfachte Abnahme durch die lokale "Authority Having Jurisdiction" (AHJ). Verspätungen bei Inbetriebnahme des Systems, hohe Kosten durch Veränderungen der Installationen können vermieden werden.

Nach welchen UL-Standards werden Produkte zertifiziert?

Geprüft werden elektrische Produkte bezogen auf ihre elektrischen und mechanischen Gefahren. Bei Brandschutzprüfungen werden z.B. auch die Gehäusematerialien und Isolationswerkstoffe bewertet. Bei Ventilen wird zusätzlich ein Berstdrucktest mit dem 5-fachen des Nenndrucks durchgeführt. In regelmäßigen Abständen finden Fertigungsbegehungen seitens UL statt. So wird sichergestellt, dass die Produkte ihrer ursprünglich bewerteten Bauart entsprechen.

Müssen Anschlusskabel UL-zertifiziert sein?

Viele Geräte werden ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung wegen als Geräte für „Class 2 Circuit“ zertifiziert. „Class 2 Circuits“ sind energiebegrenzte Stromkreise mit einer max. Spannung von 30 V AC oder 42 V DC, max. Strom von 5 A und einer maximalen Leistung von 100 VA. Hier besteht nach UL-Definition weder die Gefahr eines elektrischen Schlags noch die Gefahr eines Brandes. Somit entfällt eine UL-Bewertung für Stecker und Kabel. Bei nicht für „Class 2 Circuit“ bewerteten Geräten wird eine Zulassung für die Kabel benötigt.

Was bedeuten die UL-Marken auf Produkten?

UL ist autorisiert zur Zertifizierung nach US-amerikanischen (NEC) als auch kanadischen (CEC) Sicherheitsbestimmungen. Dies wird durch die jeweilige UL-Marke dargestellt. Das C-UL-US oder C-UR-US Mark ersetzt eine CSA-Zertifizierung für Kanada.

 

Quelle: Festo
Druckversion Druckversion | Sitemap
© S-Connect GmbH -2017